Saisonarbeiter

Für Saisonarbeitskräfte gelten grundsätzlich die gleichen versicherungsrechtlichen Regeln wie auch für andere Arbeitnehmer. Sie sind somit sozialversicherungspflichtig, können ihre Krankenkasse frei wählen und müssen vom Arbeitgeber bei dieser angemeldet werden. Sollte es sich aber um eine kurzfristige Beschäftigung handeln, dann bleiben sie beitragsfrei in der Sozialversicherung.
Als Saisonarbeitskraft gilt, wer eine auf maximal acht Monate befristete, vorübergehen ausgeübte Beschäftigung nachgeht, für die derjenige nach Deutschland gekommen ist. Mit dieser Tätigkeit muss zudem einen jährlich wiederkehrender, jahreszeitlich bedingter Bedarf an Arbeitskräften eines Arbeitnehmers abdeckt werden.

DEÜV-Anmeldung von Saisonarbeitskräften


Seit 2018 müssen Saisonarbeitskräfte als krankenversichert Beschäftigte bei der DEÜV-Anmeldung (Grund 10 und 40) von Arbeitgebern gesondert gekennzeichnet werden.
Die betrifft Beschäftigte, die ihren ständigen Wohnsitz im Ausland haben, vorübergehend einer versicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland nachgehen und im Anschluss voraussichtlich in ihr Heimatland zurückkehren.

Eine gesonderte Kennzeichnung bei der Anmeldung ist nicht erforderlich, wenn eine geringfügige Beschäftigung oder eine Beschäftigung, die ausschließlich in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert werden muss, vorliegt. Letzteres betrifft die Personengruppen 109, 110 und 190.

A1-Bescheinigung


Grundsätzlich wird mit Hilfe der A1-Bescheinigung durch einen Beschäftigten nachgewiesen, dass er über sein Heimatland während einer Dienstreise sozialversichert ist. Eine doppelte Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen wird dadurch vermieden.
Die Bescheinigung gilt innerhalb der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie der Schweiz.

Saisonarbeitskräfte weisen mit der A1-Bescheinigung nach, dass für sie nicht die deutschen Sozialversicherungsregeln gelten, sondern die Rechtsvorschriften ihres Wohnstaates, in dem sie ihre Hauptbeschäftigung ausüben.
In diesen Fällen richten sich auch die Beiträge nach den Rechtsvorschriften des Heimatlandes. Der deutsche Arbeitgeber muss somit gegebenenfalls Sozialversicherungsbeiträge nach den Rechtsvorschriften des Heimatlandes zahlen.


Saisonarbeitskräfte mit Hauptbeschäftigung im Heimatland (EU)


Für den Einsatz von Saisonarbeitskräften aus dem europäischen Ausland gilt es vorab festzustellen, ob im Heimatland eine hauptberufliche Beschäftigung ausgeübt wird oder nicht. Wird eine Hauptbeschäftigung im Wohnstaat und die Saisonarbeit beispielsweise während eines bezahlten Urlaubs ausgeübt, dann gilt während der Saisonbeschäftigung in der Regel die entsprechenden Rechtsvorschriften des jeweiligen Heimatlandes.
In diesem Fall müssen die Beschäftigten dem deutschen Arbeitgeber eine A1-Bescheinigung für den Zeitraum der Saisonarbeitnehmertätigkeit vorlegen.
Nach Vorlage wird der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber im Sozialversicherungssystem des Heimatlandes angemeldet und die Sozialversicherungsabgaben an den zuständigen Träger abgeführt.
Sollte die Bescheinigung nicht vorliegen, sollte vom Saisonarbeitnehmer ein zweisprachiger Fragebogen bezüglich der Versicherungspflicht bzw. -freiheit beim deutschen Arbeitgeber eingereicht werden.

Saisonarbeitskräfte, die die Saisonarbeitstätigkeit in Deutschland während eines unbezahlten Urlaubs von ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in ihrem Heimatland nachgehen, unterliegen während diesen Zeitraums dem deutschen Sozialversicherungsrecht.
Eine Ausnahme von dieser Regelung bildet Bulgarien. Bulgarische Saisonarbeitskräfte, die der Saisonarbeit während eines unbezahlten Urlaubs nachgehen, unterliegen weiterhin den bulgarischen Rechtsvorschriften.
Saisonarbeitskräfte ohne Hauptbeschäftigung im Heimatland
Für Saisonarbeitskräfte, die in ihrem Wohnstaat keiner Beschäftigung nachgehen, also beispielsweise Rentner oder Studierende, gilt das deutsche Sozialversicherungsrecht.

Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung für die Dauer der Saisontätigkeit empfiehlt sich für diejenigen, bei denen Versicherungsfreiheit besteht und die keinen Krankenversicherungsschutz im Wohnstaat verfügen.
Saisonarbeitskräfte mit selbstständiger Tätigkeit im Heimatland
Personen, die in ihrem Wohnstaat eine selbstständige Tätigkeit ausüben, die der Saisonarbeitnehmertätigkeit ähnlich ist (beispielsweise selbstständiger Landwirt), dann gilt für diese währen der Saisonarbeit in Deutschland weiterhin das Sozialversicherungsrecht ihres Heimatlandes.
In diesem Fall muss dem Arbeitgeber eine A1-Bescheinigung vorgelegt werden. Ähnelt die selbstständige Tätigkeit hingegen nicht der Saisonarbeitnehmertätigkeit, so wird deutsches Sozialversicherungsrecht angewendet.

Wohnsitz außerhalb der EU


Saisonarbeitskräfte, die aus sogenannten Drittsaaten kommen, unterliegen während ihrer Tätigkeit ebenfalls dem deutschen Sozialversicherungsrecht. Zu diesen Drittstaaten gehören unter anderen Georgien, Russland und die Ukraine. In diesem Fall ist es irrelevant, ob eine Erwerbstätigkeit im Wohnstaat ausgeübt wird oder nicht. Für die Beschäftigung von Saisonarbeitskräften aus Drittstaaten wird eine Arbeitserlaubnis benötigt.